Duisburg, 2. Oktober 2018. Die CDU-Ratsfraktion und die CDU Walsum beziehen eine klare Position: Ein Holzkraftwerk in Walsum, wie vom Energiebetreiber STEAG beabsichtigt, muss verhindert werden, zum Wohle der Bevölkerung in Duisburgs nördlichstem Stadtteil! Im Stadtrat haben die beiden Koalitionsfraktionen von CDU und SPD jetzt klare Kante gezeigt: Da das Stadtwerke-Konsortium STEAG bisher weder einlenkt noch aufgibt, brachten die beiden Mehrheitsfraktionen im Rat einen gemeinsamen Antrag auf den Weg. Das Ziel: Sowohl den Standort Logport IV/Norske Skog als auch für das eigentliche Kraftwerksgelände der STEAG am Rhein sollen zeitnah Bebauungspläne aufgestellt werden, um ein zweites Kraftwerk neben dem bestehenden Steinkohlekraftwerk der STEAG und damit weitere Emissionen schon weit im Vorfeld zu verhindern. Der Antrag von SPD/CDU passierte jetzt den Rat mit großer Mehrheit, übrigens auch mit den Stimmen von Bündnis 90/Grüne.

 CDU-Fraktionschef Rainer Enzweiler zeigt sich über das klare Ratsvotum contra Holzkraftwerk hoch erfreut: „Nach den Vorstellungen der CDU kann das von der STEAG in Walsum geplante Holzkraftwerk auf keinen Fall gebaut werden. Ein weiteres Kraftwerk neben dem bestehenden Steinkohle-Kraftwerk ist weder der ansässigen Bevölkerung zuzumuten noch entspricht es den Interessen der Stadt Duisburg. Die Stadt Duisburg ist Anteilseigner der Gemeinschafts-Müllverbrennungsanlage Niederrhein (GMVA) in Oberhausen. Es wäre wirtschaftlich unsinnig, sich sozusagen im eigenen Hause Konkurrenz zu machen. Das Verhalten der STEAG ist im Übrigen vollkommen unverständlich, da die Stadt Duisburg zu 19 Prozent Eigentümer des Stadtwerkekonsortiums STEAG ist. Offensichtlich gedenkt die STEAG in keiner Weise, Rücksicht auf ihre Eigentümer zu nehmen. Das ist schlichtweg skandalös!“

 Außerdem, so Enzweiler sei von den damaligen Vertretern der STEAG vor Erteilung  der Genehmigung für das jetzige Kohlekraftwerk versichert worden, dass kein zweites Kraftwerk in Walsum gebaut würde.“ Für diese Aussagen gäbe es mehrere Zeugen. „Daran sollte man sich jetzt im Haus der STEAG in Essen erinnern“ so Enzweiler weiter. Er fordert: „Ein einmal gegebenes Wort muss auch gehalten werden!“ Außerdem müsse man bezweifeln, ob ein so genanntes Biomassekraftwerk überhaupt wirtschaftlich erfolgreich sein könnte: „Die Erfahrungen mit dem so genannten Biomassekraftwerk der Firma Remondis in Lünen sprechen nicht dafür. Gerade im Hinblick auf die finanziell prekäre Situation der STEAG wäre hier ein Umdenken erforderlich!“

 Auch in Walsum selbst kämpfen CDU und SPD gegen das so genannte Biomassekraftwerk, bei dessen Betrieb weitere Schadstoffe in die Walsumer Luft geblasen würden, die die Gesundheit der Bürger vor Ort zusätzlich belasten könnten. Sebastian Gessmann, Sprecher der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung: „Das Wort Biomassekraftwerk ist ein Etikettenschwindel. Denn die STEAG will hier kein reines Naturholz, sondern stark bearbeitetes, belastetes Holz verfeuern.“  Mit der Aufstellung von Bebauungsplänen, die in der nächsten Ratssitzung Ende November verabschiedet werden könnten, will der Rat den Alleingang von Duisport und Steag begegnen, auf dem  Logport-VI-Gelände ein Kraftwerk für gebrauchtes Holz zu errichten.