Die Stadtverwaltung erwartet bis Jahresende weitere 800 Flüchtlinge, die in Duisburg versorgt und betreut werden müssen. Im kommenden Jahr sollen es nach Schätzungen der Verwaltung etwa 4000 bis 5000 Flüchtlinge werden. Stand jetzt erhält die Stadt für die dadurch entstehenden Kosten weniger als ein Drittel durch das Land zurück. „Dabei zeigen andere Länder, dass sie ihre Kommunen nicht mit dieser Extremsituation alleine lassen", kritisiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Enzweiler.

Statt zu handeln, klagt die Ministerpräsidentin in Berlin darüber, dass der Bund die Lage vor Ort nicht kenne. Dabei verschweigt sie, dass die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen besonderen Belastungen ausgesetzt sind, die einzig und allein durch die Landesregierung festgelegt werden. „Kein anderes Bundesland nimmt Städte und Gemeinden für die Erfüllung von Landesaufgaben mehr in die Pflicht. In keinem anderen Bundesland wurden die Kommunen gebeten, Personal abzutreten, um Landesaufgaben zu erfüllen. Während Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland 100 Prozent der Kosten pro Flüchtling übernehmen, erstattet das Land Nordrhein-Westfalen aktuell weniger als ein Drittel. Duisburg und andere Städte sind an der Belastungsgrenze angekommen – finanziell und organisatorisch. Frau Kraft muss endlich agieren, statt andernorts nach Hilfe zu schreien", sagt Enzweiler.