Die schlechten Nachrichten aus Marxloh reißen nicht ab. Nun sollen sich Großfamilien und Rocker zu einer unheilvollen Allianz zusammengeschlossen haben. Für die rechtschaffenden Bürger im Duisburger Norden wird der Alltag immer belastender. Die CDU-Fraktion fordert daher gezielte Maßnahmen, um Marxloh zu einem sichereren und lebenswerteren Stadtteil zu machen.

„Wenn wir in Duisburg-Marxloh nicht schnell zu funktionierenden Lösungen kommen, driftet der Norden endgültig ab", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Enzweiler, der als ansässiger Rechtsanwalt und Notar die Probleme des Stadtteils vor der eigenen Haustür erlebt.

„In erster Linie müssen Polizei und Ordnungskräfte die Hoheit über die Straße zurückgewinnen. Eine Parallelgesellschaft, die unser Rechtssystem mit Füßen tritt, dürfen wir nicht dulden. Wir wissen, dass sich die Einsatzkräfte in Marxloh nach besten Kräften bemühen. Dies reicht jedoch nicht aus. Nur eine massive Verstärkung von Polizei und Ordnungskräften stellt die öffentliche Ordnung wieder her", sagt Enzweiler.

Dies kann jedoch nur der erste Schritt sein. Noch vor der Sommerpause hat der Rat der Stadt Duisburg die Fortschreibung des integrierten Handlungskonzeptes Marxloh auch mit Stimmen der CDU-Fraktion beschlossen. Die CDU-Fraktion hat dem Konzept trotz erheblicher Bedenken bei einzelnen Maßnahmen letztlich zugestimmt, weil das Konzept immerhin zwei Maßnahmen enthält, die Erfolg versprechen: die Fassadensanierung und die Beseitigung von sogenannten Schrottimmobilien. Maßnahmen wie ein Outdoor-Fitnesspark, den Generationenpfad Duisburg-Marxloh, ein Fußgängerleitsystem, die Revitalisierung der Kaiserstraßen sowie die Umgestaltung des August-Bebel-Platzes lehnt die CDU hingegen ab.

„Die Erfahrung zeigt, dass solche Maßnahmen viel Geld kosten, an den Verhältnissen in Marxloh jedoch nichts ändern. So hat man bereits vor Jahren versucht, im Schwelgern-Park eine Minigolf-Anlage sowie eine Skater-Anlage zu betreiben. Beide Anlagen sind mit einem finanziellen Kraftakt realisiert worden, doch Vandalismus und anderen Gewalttaten haben einen Betrieb unmöglich gemacht. Solche Fehler dürfen nicht wiederholt werden", erläutert Enzweiler. Rund 930.000 Euro ließen sich nach Auffassung der CDU-Fraktion auf diese Weise einsparen. Geld, das besser in den Ausbau des Fassadenprogramms und den Ankauf und Rückbau von Schrottimmobilien investiert werden kann.

Darüber hinaus unterstützt die CDU einen Vorschlag der Katholischen Kirche St. Peter in Marxloh. Die Kirchengemeinde St. Peter will einen Kindergesundheitsbus betreiben. Damit könnte die gesundheitliche Betreuung auch bei schwer erreichbaren Familien nachhaltig gesichert werden.