Wenn 150 Duisburger aus Sorge vor kommenden Stürmen ihre Bäume fällen wollen, dann ist diese Sorge ernst zu nehmen. Pauschale Verbote durch die Stadtverwaltung mit Verweis auf die geltende Baumschutzsatzung passen nicht zur Fürsorgepflicht der Stadt und dem Recht des Bürgers auf körperliche Unversehrtheit.

Nach Angaben der Stadtverwaltung lagen ihr in Folge des Pfingststurmes „Ela" 150 sogenannte vorsorgliche Anträge vor, mit denen Duisburger Bürger die Fällung von Bäumen in ihren Gärten beantragt haben. Mit Verweis auf die Baumschutzsatzung hat die Stadt alle Anträge abgelehnt, bei denen Laubbäume betroffen waren. Nur bei jedem dritten Antrag stimmte die Verwaltung zu. Nach Ansicht der CDU-Fraktion dokumentiert dieser Vorgang wieder einmal die Fehler der Duisburger Baumschutzsatzung. „Die Stadt riskiert die Gesundheit ihrer Bürger, um an einer antiquierten Satzung festzuhalten", sagt der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Ralf Jörg Brotzki.

Seit langem fordert die CDU-Fraktion eine Abschaffung mindestens aber eine bürgerfreundliche Neufassung der Satzung, die stärker Sicherheitsaspekte berücksichtigt und dem Bürger mehr Freiheiten in seinem eigenen Garten gewährt. Darüber hinaus würde damit die Verwaltung entlastet, da weniger Anträge zu prüfen wären. „Diesem Hinweis folgt nun auch die Leiterin des Hauptamtes, Frau Monika Kluge. Offenbar will auch sie die Baumschutzsatzung kippen, um Kosten einzusparen. Diesen Vorstoß unterstützt die CDU-Fraktion ausdrücklich", sagt Brotzki. Allerdings sollte die Verwaltung nach Ansicht der CDU auch die bereits eingegangenen Anträge nachträglich bewilligen. „Wie will die Stadt eigentlich reagieren, wenn tatsächlich beim nächsten Herbststurm ein Baum in einem Privatgarten umstürzt und einen Bürger schwer verletzt? Wie will sie argumentieren, wenn genau dieser Baum bereits gefällt werden sollte? Den Bürger mit der Baumschutzsatzung zu bevormunden, ist die eine Seite der Medaille. Schwerer wiegt die mögliche Gefährdung", sagt Brotzki.