Als Riesenfehler für die Zukunft sieht Josef Wörmann, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und Mitglied in der ARGE-Trägerversammlung, die Ablehnung der SPD zum Thema Option bei der Arbeitsverwaltung: "Die Diskussion im Rat hat vieles gezeigt, aber vor allem, dass die SPD Duisburg in Fragen des Arbeitsmarktes und der beruflichen Weiterbildung kein eigenes Profil hat und sich ausschließlich nach den Anweisungen des DGB richtet. Nur so ist die ablehnende Haltung der SPD zur Option nachzuvollziehen. Die SPD hat kommunale Interessen sträflich vernachlässigt indem sie sich dem DGB als Handlanger zur Verfügung gestellt hat. Die Folgen der Ablehnung werden als erstes die Mitarbeiter der ARGE zu spüren bekommen: Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Entscheidung nicht zu Personalabbau bei den befristet Beschäftigten führen wird. Danach werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die in der ARGE beschäftigt sind, wieder in die Kernverwaltung zurückkehren, d. h. auch da wird die Chance auf junge und neue Mitarbeiter durch das Rückkehrrecht - was natürlich selbstverständlich umgesetzt werden muss - vertan. Somit hat die SPD nicht nur für die Menschen, die seit Jahren auf Arbeitssuche sind und dringend einen kompetenten, regional verorteten Ansprechpartner brauchen, sondern auch für die Mitarbeiterschaft der Stadt vieles verbaut.“ Nachdem sich zunächst in der monatelangen Diskussion eine breite Zustimmung zur Option abzeichnete, ist das Stimmungsbild nun erheblich gekippt und die nötige 2/3 Mehrheit im Rat hat sich nicht formiert. Jeder, der sich intensiv mit der neuen Gesetzgebung auseinandergesetzt hat, wird erkennen, dass es keine Alternative dazu gibt, die Möglichkeit der Option zu wählen. Gerade wenn die Mittel zur aktiven Arbeitsmarktförderung zurückgehen sollten, braucht die Stadt vor Ort die Entscheidungskompetenz, wo und mit welcher Summe Beschäftigungsförderung unterstützt wird. Damit ist klar, dass die Stadtpolitik ab dem 1. Januar 2012 in der Arbeitsmarktpolitik nichts mehr zu sagen haben wird. "Als zweite unmittelbare Konsequenz aus der Ablehnung der SPD werden die Duisburger Wohlfahrtsverbände und die städtische Beschäftigungsförderung die Folgen zu spüren bekommen: Es besteht die Gefahr, dass die örtlichen Wohlfahrtsverbände aus der Arbeitsmarktpolitik herausgedrängt werden und sich für sie kaum noch Möglichkeiten ergeben, ihre Fachkompetenzen im Bereich Weiterbildung und Ausbildung insbesondere von schwer vermittelbaren Erwerbslosen einzusetzen. Deswegen sind auch dort personelle Einschnitte zu erwarten. Auch die städtische Beschäftigungsförderungsgesellschaft, die GfB, wird davon betroffen sein. Deswegen müsste gerade der Duisburger SPD-Unterbezirksvorsitzende Ralf Jäger als Aufsichtsratschef dieser Gesellschaft ein hohes Interesse daran gehabt haben, für die Option einzutreten, um die GfB als erfahrene und erfolgreiche Beschäftigungsförderungsgesellschaft nicht in ihrer Existenz zu gefährden. Die SPD hat also mit ihrer Ablehnung erfolgreiche Arbeitsprozesse und auf dem Duisburger Arbeitsmarkt vernetzte Institutionen beschädigt. Daran werden wir die SPD in Zukunft erinnern," so Wörmann abschließend.