Die CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Vogt drängt weiter auf eine präzise und lückenlose Aufklärung über die Vorgänge bei der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (wfbm): „Täglich erreichen uns neue Details aus der wfbm. Inzwischen scheint sich herauszukristallisieren, dass die Gesellschaft über Jahrzehnte von einem Familienclan kontrolliert und beherrscht wurde. Die wfbm mit ihren über 1000 Mitarbeitern scheint sich dabei nicht als städtisches Unternehmen dargestellt zu haben, das Menschen mit Behinderungen eine feste Beschäftigung und berufliche Perspektive gibt, sondern vielmehr als das persönliche Reich des ehemaligen SPD-Unterbezirksschriftführers Achim von W., der einst als Frühpensionärs aus der städtischen Verwaltung ausschied, sowie seiner als Prokuristin beschäftigten Tochter. Widersprüche wurden nicht geduldet, wer sich gegen ihn stellte, wurde beseitigt. Schlimm an diesen unerhörten Vorgang ist, dass anscheinend niemand etwas von den Clanstrukturen in der wfbm bemerkt haben will. Dabei fällt auch das Verhalten der Duisburger SPD auf, die sich vehement gegen eine Ablösung des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden der wfbm und dem Hörensagen nach persönlichen Freunds der Familie von W., Reinhold Spaniel, gewehrt hat.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Mettler griff dabei insbesondere Oberbürgermeister Sauerland an, der nach der Kommunalwahl von seinem Recht Gebrauch machte, selbst den Vorsitz im Aufsichtsrat zu übernehmen, und nicht wie in langen Jahren zuvor, Reinhold Spaniel als seinen Vertreter in das Gremium geschickt hatte. Daraufhin sprach SPD-Fraktionschef Herbert Mettler in einer Pressemitteilung vom 12. November 2009 von einem „ärmlichen und ungerechtfertigten Benehmen“ des OB und ließ weiterhin verlauten, die SPD-Fraktion sei sauer über das Verhalten des OB. Vogt (CDU): „Vor dem Hintergrund der nun bekanntgewordenen Vorwürfe gegen die ehemalige Prokuristin und ihren Vater ist es nicht nur befremdlich, sich zu solch wüsten und stillosen Äußerungen gegenüber dem Oberbürgermeister hinreißen zu lassen, sondern dieses vehemente öffentliche Dazwischenfahren irritiert geradezu. Sollten sich die Verdachtsmomente bestätigen, hat seitens der SPD eine Entschuldigung beim OB zu erfolgen. Nach unserer Ansicht zeigt sich nun für jedermann unübersehbar wie richtig und wichtig die Entscheidung war, Reinhold Spaniel als Aufsichtratsvorsitzenden abzulösen. Wir erwarten eine – wie auch vom SPD-Unterbezirksvorsitzenden Ralf Jäger öffentlich gefordert - Aufklärung ohne Rücksicht auf Rang und Namen.“