Gestopptes Projekt an der Mercatorstraße ist eine Niederlage für die Stadtentwicklung. Absprung von Multi als Investor reiht sich ein in die Kette der geplatzten Bauvorhaben.

Für die Platanen an der Mercatorstraße mag es eine gute Nachricht sein, dass Projektentwickler Multi nun endgültig sein Vorhaben eines Neubaus beerdigt hat. Für die Stadtentwicklung im Allgemeinen und die Neugestaltung der Bahnhofsplatte als zentrales städtebauliches Projekt im Besonderen, ist es hingegen eine herbe Niederlage. „Erneut muss Duisburg eine bittere Pille schlucken. Das Signal für auswärtige Investoren ist verheerend. Die erfolgreiche Umsetzung von größeren Projekten scheint in der Stadt derzeit nicht möglich", sagt der Planungsexperte der CDU-Fraktion, Karl-Wilhelm Overdick.

Der laute Jubel über die Baumrettung passe jedenfalls nicht zu den möglicherweise weitreichenden Folgen der Multi-Pleite. „Investoren schauen ganz genau hin, wie sich eine Stadtverwaltung und wie sich die Öffentlichkeit verhalten, wenn Millionenprojekte präsentiert werden. Notwendige städtebauliche Veränderungen müssen möglich bleiben, sonst verliert Duisburg schon bald endgültig den Anschluss. Wir brauchen diese Investitionen in der Stadt"; sagt Overdick.

Die Reaktion der Stadtverwaltung, nun nach einem neuen Investor zu suchen, sei vernünftig. „Und auch der konsequente Stopp der Baumfällung ist richtig, schließlich kann ein neues Konzept auch den Erhalt der Bäume berücksichtigen", sagt Overdick. Allerdings müsse im Rückblick die Frage erlaubt sein, warum der Schutz der Platanen erst nach Bürgerprotesten von der Verwaltung als Thema entdeckt wurde. „Umsichtige Planung sieht anders aus"; so Overdick abschließend.