Die CDU ist skeptisch, dass die geplante Nutzungsänderung im „Marientor Carree" die gewünschten Impulse für Quartier bringt.

Studentenappartements statt Gesundheitszentrum – so soll die Zukunft des Marientor Carrees nach den neuen Plänen von Projektentwickler Europareal und Stadtverwaltung aussehen. Über eine entsprechende Beschlussvorlage wird zunächst der Betriebsausschuss Immobilienmanagement abstimmen. Die CDU begrüßt ausdrücklich, dass nun neue Bewegung in eines der zentralen Bauprojekte der Innenstadt kommt. Ob die Neuausrichtung allerdings erfolgreich sein wird, erscheint zum jetzigen Zeitpunkt immerhin fraglich.

„Die ursprüngliche Planung war eine sinnvolle Erweiterung des innerstädtischen Dienstleistungsangebots. Der Politik wurde ein Gesundheitszentrum versprochen, nun sollen es Studentenwohnungen werden. Ich kann nicht erkennen, wie der von der Politik mitgetragene Ansatz so noch zur Geltung kommen soll"; sagt Karl-Wilhem Overdick, Sprecher im Betriebsausschuss IMD und Planungspolitiker der CDU-Fraktion. Immerhin gebe es nun aber wieder einen Zeitplan und ein konkretes Ziel. „Das ist schon mehr, als vor dem Hintergrund des derzeitigen allgemeinen Stillstandes in der Stadt, zu erwarten war. Allerdings überrascht mich die Überzeugung der Verwaltung, dass mit Studentenwohnungen die so dringend benötigte Revitalisierung des Altstadtquartiers gelingen soll", so Overdick weiter. Trotz des doppelten Abiturjahrgangs halte Duisburg schließlich immer noch mehr Studentenwohnraum vor als tatsächlich nachgefragt würde.

Jörg Brotzki, Kreisvorsitzender der Jungen Union, ist ebenfalls skeptisch. „Der Hochschulstandort Duisburg hat kein Wohnungsproblem. Wer hier studieren will und günstigen Wohnraum sucht, der wird auch fündig. Ich kann deshalb keinen Markt für Studentenappartements erkennen." Nach Aussagen des Studentenwerks Duisburg-Essen liegen die durchschnittlichen Preise für einen Platz im Studentenwohnheim derzeit zwischen 200 und 300 Euro pro Monat, längst nicht alle Plätze seien vergeben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies die Preise sind, die sich der Kölner Projektentwickler vorstellt. In Köln ist die Situation eben anders als in Duisburg", sagt Brotzki.