Gefälschte Urkunden, Betrug, Steuerhinterziehung – die Liste der Vorwürfe gegen die Kita-Chefin Marion Volland (SPD) ist lang und lässt auch an der ausreichenden Prüfung der verantwortlichen Personen durch die Stadtverwaltung zweifeln. Leidtragende sind vor allem die Kinder.

Mit Sorge und Empörung nimmt die CDU-Fraktion die neuen Vorwürfe gegen die Leiterin der Kita „Nimmerland" zur Kenntnis. Wie der ehemalige Geschäftsführer der Kita nun öffentlich gemacht hat, soll Marion Volland unter anderem ein gefälschtes Dokument genutzt haben, um sich eine höhere Bezahlung durch das Jugendamt zu erschleichen. Ein entsprechender Nachweis der Fälschung wurde offenbar durch die Redaktion der WAZ erbracht. Vor diesem Hintergrund fordert die CDU-Fraktion auch seitens der Stadt eine zeitnahe Aufklärung der Vorgänge.

„Im Zentrum dieses Skandals stehen die Kinder. Sie können sich nicht dagegen wehren, wenn diejenigen, die eigentlich für ihr Wohlergehen sorgen sollen, dubiosen Machenschaften nachgehen. Umso größer ist die Verantwortung der zuständigen städtischen Stellen, die Vorgänge aufzuklären und versäumte Überprüfungen nachzuholen", sagt der Marxloher Ratsherr und CDU-Fraktionschef Rainer Enzweiler.

Damit nimmt der CDU-Politiker auch Bezug auf eine Stellungnahme der Stadtverwaltung in der der Ausgabe WAZ vom 13. November 2013. Darin heißt es, es gebe ungeachtet der Vorwürfe keine Beanstandungen durch das Jugendamt. Zudem führt die Stadt die beglaubigte Urkunde auf, die Marion Volland als Kinderkrankenschwester ausweist und die nach WAZ-Recherchen offensichtlich gefälscht sein soll. Rainer Enzweiler sieht hier die Behörde in einer besonderen Sorgfaltspflicht und fordert umgehend eine entsprechende Untersuchung des Dokuments: „Sollte sich Frau Volland öffentliche Gelder auf diese Weise erschlichen haben, dann ist die Stadt gefordert, ihrerseits die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Auch, um mögliche Regressansprüche geltend zu machen."

Gleiches gelte für den Vorwurf, der Mietkostenzuschuss des Jugendamtes sei über Jahre auf das private Konto der Kita-Chefin statt auf ein Konto des gemeinnützigen Vereins gegangen. „Sollte die Prüfung ergeben, dass dieser Vorwurf stimmt, dann werden auch die Verantwortlichen im Jugendamt dezidiert darlegen müssen, ob das eigene Verwaltungshandeln immer korrekt und sachgerecht war", ergänzt Enzweiler.

Im Sinne des Kindeswohls sei es nicht länger hinnehmbar, dass die Vorwürfe seit Monaten bekannt und noch nicht abschließend geklärt worden sind. „Wir können nicht akzeptieren, dass Duisburger Kinder derzeit von Personen betreut werden, die sich möglicherweise seit Jahren nicht oder nur unzureichend an die rechtlichen Rahmenbedingungen gehalten haben. Die Stadt ist gefordert, schnell zu reagieren"; sagt Enzweiler abschließend.