Die Anfrage der CDU-Fraktion im Personal- und Verwaltungsausschuss bestätigt den Stillstand in der Verwaltung: Erneut ist der Krankenstand gestiegen, die Mitarbeiter schieben trotz zusätzlicher Einstellungen einen riesigen Berg Überstunden und Resturlaub vor sich her. Eine gute Personalführung und Organisation ist nicht erkennbar.

Noch einmal ist der Krankenstand in der Stadtverwaltung gestiegen: von 8,3 Prozent (2012) auf 8,6 Prozent (2013). Die bisher vom Oberbürgermeister getroffenen Maßnahmen zur Reduzierung der Krankenstände zeigen keine Wirkung. Im Gegenteil: Legt man die nun vorgelegten Informationen der Stadtverwaltung zu Grunde, ergibt sich ein chaotisches Bild der Personalführung im Rathaus.
So schieben die Angestellten und Beamten die unglaubliche Zahl von 286.991,05 Überstunden vor sich her. Trotz Betriebsferien zwischen Weihnachten und Neujahr, trotz Begrenzung des Zeitkontos, trotz einer angeblich großzügigen Gewährung von Brückentagen.

Die CDU hat mehrfach eine aufgabenkritische Analyse des Verwaltungsvorstandes eingefordert, um Überstunden in einzelnen Bereichen zu vermeiden und die Mitarbeiter zu entlasten. Stattdessen bleibt es für das Verwaltungspersonal sogar ausgenommen schwierig, den eigenen Urlaubsanspruch durchzusetzen. Zum Stichtag 31.12.2013 hatte das Verwaltungspersonal einen Resturlaubsanspruch von 20.717,64 Tagen. Dafür muss die Verwaltung mehr als drei Millionen Euro an Rückstellungen im Haushalt bilden.


Das Personalchaos wird allerdings erst durch die Tatsache vollständig, dass trotz Überstunden und Resturlaub die Verwaltung ihre Aufgaben nur durch die Einstellung von überplanmäßig Beschäftigten bewältigen kann. Statt den beschlossenen und mehrfach von der Verwaltung zugesicherten Personalabbau im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes einzuleiten, verfügt der Oberbürgermeister über 274 überplanmäßige Mitarbeiter. Bereits 2012 beschäftigte das Rathaus 238 überplanmäßige Angestellte. De facto wurde also kein Personal abgebaut.


„Diese Bilanz ist eine Bankrotterklärung für das Personalmanagement des Oberbürgermeisters", sagt Elmar Klein, personalpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Es sei der Verwaltungsspitze nicht gelungen, das vorhandene Personal und die Aufgaben in Einklang zu bringen. „Eine Vielzahl von Überlastungsanzeigen der Mitarbeiter sind ein klarer Hinweis auf eklatante Fehler in der Personalsteuerung. Der geforderte Personalabbau ist an keiner Stelle zu erkennen, dennoch leiden die Mitarbeiter unter Überlastung. Das Rathaus wird immer mehr zum Pflegefall. Wir fordern den Oberbürgermeister wiederholt auf, endlich die internen Strukturen zu bereinigen und den Anforderungen an eine moderne, leistungsstarke Verwaltung anzupassen"; sagt Klein. Der andauernde Stillstand im Personalmanagement sei nicht weiter hinnehmbar.